Wer oder was ist denn Reboot Mobility...? - Auch so mancher Freilinger wird auf diese Frage keine Antwort wissen. Denn zum einen ist das Freilinger Software Unternehmen hauptsächlich außerhalb des Kreises Euskirchen mit seinen Softwarelösungen aktiv und zum anderen war das Start-up bis 2020 noch unter dem Firmennamen evemo unterwegs. Gerade die Umfirmierung hat aber mit dem stetig wachsenden Engagement im Bereich "Shared Mobility", also geteilter Mobilität zu tun. Auch an zahlreichen Forschungsprojekten zum Thema "Mobilitätswende" ist Reboot Mobility beteiligt. Grund genug für Simon Hellenthal, um für WiF im Rahmen eines Interviews einmal hinter die Kulissen des Unternehmens zu schauen. Sehr interessant!

Ursprünglich als evemo UG gegründet werden mit Lösungen der bereits mit verschiedenen Preisen (s. Bericht) ausgezeichnete Reboot Mobility GmbH mittlerweile deutschlandweit Sharing-Angebote betrieben. 

Beide Geschäftsführer sind auf dem Land aufgewachsen und haben selbst erlebt, was eingeschränkter ÖPNV bedeutet. Ihre Vision ist es, geteilte Mobilität als flexible Ergänzung zum herkömmlichen ÖPNV zu etablieren. In Kombination mit umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen sehen sie hierin die Zukunft der nachhaltigen Mobilität. Das Team kann dabei auf mehr als zehn Jahren Erfahrung im Mobilitätsbereich zurückgreifen. Firmensitz ist immer noch Freilingen, wo die Ursprünge der Unternehmen zu finden sind.

Doch was macht Reboot Mobility jetzt genau?

Dem ist Simon Hellenthal für WiF in einem Gespräch mit den beiden Geschäftsführern Lukas und Felix nachgegangen.   

Simon: Zusammen habt Ihr die Reboot Mobility GmbH gegründet und zusammen leitet diese als Geschäftsführer. Woher kennt ihr euch und wie kam es zu diesem innovativen Projekt? Beschreibt uns doch mal bitte die Anfänge.

Reboot Mobility: Wir haben uns 2013 im Rahmen unseres dualen Studiums der Wirtschaftsinformatik kennengelernt. Während des anschließenden Masterstudiums haben wir 2017 dann die evemo UG gegründet, die später zur Reboot Mobility umfirmiert hat. Die Ursprünge der Softwareplattform reichen jedoch noch etwas länger zurück. Unter dem Namen mobilesdorf wurde 2013 die erste Version für das Dorfautoprojekt in Freilingen entwickelt (zum Dorfautoprojekt s. Bericht).

Simon: Reboot Mobility ist ein Freilinger Unternehmen. Welche Rolle spielt der Ort für euch?

Reboot Mobility: Dass Reboot Mobility in Freilingen sitzt, passt sehr gut zu den Ursprüngen der Softwareplattform mit dem ersten Projekt in Freilingen. In der heutigen Zeit ist für Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen die Standortfrage aber nicht mehr die wichtigste. Man ist nicht an den Standort gebunden und der Arbeitsort kann flexibel gewählt werden. Dennoch möchten wir auch in Zukunft in Freilingen präsent sein.

Simon: Ihr bietet ein weites Feld an Leistungen und Möglichkeiten an. Wie wird das angenommen und wo wird euer Angebot genutzt? Gebt uns doch mal bitte einen Überblick. Gerne mit ein paar Zahlen.

Reboot Mobility: Mit unserer Softwareplattform evemo wird jeder im Handumdrehen selbst zum Mobilitätsanbieter. Egal ob Car, Bike oder Scooter Sharing, wir bieten passende Software und Hardware für vielfältige Anwendungsfälle an. Dabei nutzen z.B. Unternehmen, Städte oder auch Vereine und Genossenschaften unsere Lösungen.

 

Derzeit werden Fahrzeuge an einer mittleren dreistelligen Zahl an Standorten über unser System bereitgestellt.

Gerade erst in ein großes innovatives Projekt der Firma Lauda im Main-Tauber-Kreis an den Start gegangen, bei dem die Dienstwagenflotte für ein öffentlich zugängliches Car-Sharing zur Verfügung gestellt wird (s. Carsharing Fa. Lauda).

Simon: Eure Firma ist auch auf dem Gebiet der Forschung sehr aktiv und an vier Projekten mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung beteiligt. Inwieweit ist Forschung für euer Unternehmen wichtig und was versprecht ihr euch davon?

Reboot Mobility : Uns ist eine enge Verzahnung von Forschung und Praxis sehr wichtig. Forschungsprojekte ermöglichen es uns, zusammen mit Hochschulpartnern innovative Konzepte zu entwickeln und zu untersuchen. Gleichzeitig profitieren Hochschulpartner von uns als Anwendungspartner und der Möglichkeit, nutzerzentriert zu forschen und Entwicklungen in der Praxis zu erproben.

Simon: Eines der Forschungsprojekte trägt die Bezeichnung Offene Mobilitätsinfrastruktur (kurz OMI, mehr dazu unter folgendem Link: OMI ). Berichtet uns bitte mehr darüber.

Reboot Mobility: OMI unterstützt Kommunen dabei, Mobilität verlässlich, nachhaltig und benutzerfreundlich zu gestalten. Dazu soll neben vorhandener analoger Infrastruktur, wie z.B. Straßen, auch eine digitale Mobilitätsinfrastruktur geschaffen werden. Reboot Mobility leitet das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt und koordiniert die Entwicklung und Erprobung der offenen Mobilitätsinfrastruktur.

Simon: Shared Mobility, Elektromobilität und Digitalisierung, also Kernpunkte auch eurer Tätigkeit, sind entscheidend für viele zukünftige Problemlösungen aktueller Probleme wie auch bei der Klimakrise. Seht ihr euch als Unternehmer dort mit in der Verantwortung und was kann Mobility Reboot dort konkret bewirken?

Reboot Mobility: Wir unterstützen mit unseren Lösungen die notwendige und auch geforderte Mobilitätswende. Dabei sind wir überzeugt, dass flächendeckend alternative Angebote entstehen müssen. Deshalb helfen wir regionalen Anbietern beim Aufbau lokaler Sharing-Angebote. Insgesamt ist Shared Mobility jedoch nur ein Teil der Lösung.

Zentral für die Mobilitätswende sind ein starker ÖPNV und Alternativen wie Mitfahrlösungen oder On-Demand-Verkehre (Anm.: Fahr-Service, der die Fahrgäste individuell nach telefonischer Anfrage oder über eine App-Buchung von einem Standort zum gewünschten Ziel befördert). Mit unserem Forschungsprojekt OMI versuchen wir die daraus entstehende Angebotsvielfalt besser zu vernetzen.

Simon: Wie wichtig ist die Integration neuer Technologien für eure Arbeit und welche Technologien spielen dabei eine besondere Rolle?

Reboot Mobility: Die Integration neuer Technologien spielt eine wichtige Rolle. Dabei ist es jedoch wichtig, praxisnah zu entwickeln und Nutzende mit Technologie nicht abzuschrecken. Damit Shared Mobility das volle Potential entfalten kann, müssen Angebote auch leicht zugänglich und nutzbar sein. Aus diesem Grund versuchen wir z.B. unterschiedliche Möglichkeiten für den Fahrzeugzugang anzubieten. Neben einem App-basierten Zugang gibt es beispielsweise auch die „analoge“ Variante über einen Kartenleser an der Windschutzscheibe oder Schlüsseltresore mit PIN.

Simon: Wie geht ihr mit Herausforderungen und Veränderungen im Markt um und wie bleibt ihr konkurrenzfähig?

Reboot Mobility: Bei uns stehen Kundennähe und nutzerzentrierte bzw. anwenderfreundliche Entwicklung im Vordergrund. Wir versuchen aus diesem Grund immer auf unsere Kunden, statt auf Wettbewerber zu schauen. Die Sharing-Branche ist insgesamt sehr jung und steckt noch in den Anfängen. Für die Mobilitätswende sind Sharing-Angebote ein wichtiger Baustein und wir sind zuversichtlich, auch in Zukunft erfolgreich sein zu können.

Simon: Könnt ihr uns ein aktuelles Projekt vorstellen, an dem ihr gerade arbeitet und was sind die Ziele dahinter?

Reboot Mobility: Seit kurzem dürfen wir das Projekt ZEO Carsharing in Bruchsal und Umgebung unterstützen. Im Rahmen einer Neuaufstellung des Projekts wurde ein Systemwechsel beschlossen, der im Februar für über 40 Fahrzeuge abgeschlossen wurde. Zusammen mit unserem Partnerunternehmen Vianova arbeiten wir jetzt am Ausbau des Angebots.

Simon: Welche Pläne habt ihr für die Zukunft von Mobility Reboot und was sind die nächsten Schritte?

Reboot Mobility : Wir arbeiten daran, unsere Plattform kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dabei stehen Themen wie Multimodalität, Mobility as a Service und Vernetzung im Vordergrund. Dabei möchten wir auch weiterhin eng mit Forschungspartnern zusammenarbeiten.

Simon: Zurzeit heiß diskutiert wird das „49 € Ticket“. Was haltet ihr davon?

Reboot Mobility: Das Thema polarisiert und lenkt aus unserer Sicht zu Recht auch den Fokus auf Punkte, an denen der ÖPNV noch verbessert werden muss. Insbesondere in ländlichen bzw. weniger dicht besiedelten Regionen gibt es kaum ÖPNV-Angebote und ein 49 € Ticket erscheint vielen hier wenig hilfreich. Aus diesem Grund gibt es hier dringenden Handlungsbedarf, um Alternativen zum eigenen PKW auch auf dem Land zu schaffen. On-Demand-Verkehre sind hier ein gutes Instrument, um bedarfsgerechte Mobilitätsangebote zu etablieren. In Kombination mit lokalen Sharing Angeboten wird so eine echte Alternative zum Besitz eines eigenen PKW geschaffen.

Zum Schluss noch ein paar klassische Standardfragen:


Lieblingsessen

Felix: Lasagne

Lukas: California Burritos nach Art des Hauses

Lieblingsbuch:

Felix: Königsklingen von Joe Abercrombie

Lukas: der Reiseführer für den nächsten Urlaub

Lieblingsfilm:

Felix: Ich bin eher der Serientyp. Meine Lieblingsserie ist Brooklyn Nine-Nine.

Lukas: 24/7 FC

Lieblingsmusik/Lied:

Felix: Ein wirkliches Lieblingslied habe ich nicht. Ich höre viele verschiedene aber vor allem elektronische Musikrichtungen.

Lukas: Ich höre alles querbeet.

 

Simon: Ganz herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg.

Reboot Mobility: Danke, gleichfalls!

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