"Begeistert..." waren die 44 Teilnehmer des diesjährigen Ausfllugs des Vereinskartells Freilingen von der Fahrt am Donnerstag, 6. August nach Monschau. Auch wenn die meisten vorher schon einmal im historischen Städtchen zu Gast waren, haben sie bei diesem Besuch ganz neue Seiten entdeckt. Hier ein Rückblick von unserem Ortsvorsteher Heinz Ramers!

 

Der diesjährige Ausflug des Vereinskartells Freilingen am 6. August war bewusst auch für Nicht-Seniorinnen und -Senioren geöffnet worden, was sich als kluger Schachzug herausstellte: Denn sage und schreibe 44 Teilnehmer starteten um Punkt 9 Uhr von der Freilinger Kapelle aus mit dem Bus Richtung Monschau, wieder unter der bewährten Leitung von Dr. Matthias Klose-Henrichs.

Fast alle von uns waren natürlich bereits in Monschau gewesen, aber uns wurde schnell klar, wie wenig wir eigentlich über dieses Eifelstädtchen wussten.

Unsere erste Station war die historische Senfmühle, die seit 150 Jahren in der 5. Generation von der Familie Breuer betrieben wird.

In zwei Gruppenführungen wurde uns die Senfproduktion erklärt und im laufenden Betrieb gezeigt: Die braunen und gelben Senfkörner werden aus Osteuropa oder den Niederlanden importiert und mithilfe von Basaltmühlsteinen kalt gepresst, wodurch die enthaltenen ätherischen Öle nicht so schnell verfliegen wie bei zu stark erhitzten Metallplatten. Zur Verflüssigung wird den gemahlenen Körnern heutzutage Branntweinessig beigemengt; früher wurde hierfür Most verwendet, was den Namen Mostrich für Senf erklärt.

In der Senfmühle werden insgesamt 24 Senfsorten hergestellt, von denen wir den Ursenf probieren durften, sehr lecker und so scharf, dass einigen die Augen tränten.

Der Senf wird in die ganze Welt exportiert und ist vor allem auf Weihnachtsmärkten im In- und Ausland beliebt.

Zur Senfmühle gehört auch ein Einkaufsladen, in dem wir vor oder nach der Führung alle möglichen Senfköstlichkeiten erwerben konnten.

Anschließend spazierten wir nach einer kurzen Busfahrt zum Mittagessen ins Restaurant Flosdorff am Markt, wo wir mit leckeren Gerichten bestens versorgt wurden.

Gegen drei Uhr begann unsere Stadtführung in zwei Gruppen am Gerberplatz In einem gut einstündigen Spaziergang durch den historischen Ortskern wurde uns die Geschichte von Monschau nähergebracht.

(Weberbrunnen am Markt) 

Die Stadt hieß bis 1918 Montjoie, was so viel wie „Berg der Freude“ bedeutet. Sie wurde 1198 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und erhielt 1352 die Stadtrechte. Heute leben nur noch ca. 300 Einwohner im Ortskern selbst, davon nur 38 Urmonschauer, die auch hier geboren sind. Die Stadt ist primär kein Wohnort, sondern ein Touristenmagnet für Gäste aus aller Welt.

Unser Weg führte zunächst zum ältesten Haus der Stadt, dem Haus zum Turm aus dem Jahre 1351.

Es hat die Stürme der Zeit überstanden, weil es, anders als die übrigen Häuser, kein Fachwerkbau, sondern ein Gebäude aus Stein ist.

Durch die malerische Kirchstraße gingen wir im Anschluss leicht bergan zur katholischen Pfarrkirche St. Mariä Geburt, einem Gotteshaus im Stil des Bauernbarocks aus dem Jahre 1650, das heute nur noch für Stadtführungen und besondere Anlässe wie Konzerte oder Hochzeiten geöffnet ist.

Von der Straße vor der Kirche hatten wir einen freien Blick auf die imposante Burganlage oberhalb der Stadt, die heute – wie die Burg Blankenheim – als Jugendherberge genutzt wird.

Unser Weg abwärts führte zum berühmten Roten Haus, das Mitte des 18. Jahrhunderts von dem Tuchmacher Johann Heinrich Scheibler, einem aus dem Bergischen Land zugezogenen protestantischen Pfarrerssohn, erbaut wurde.

Es ist ein Doppelhaus, dessen eine Hälfte („Zum goldenen Helm“) als Wohngebäude diente, während die andere Seite („Zum Pelikan“) als Kontor für die Tuchproduktion genutzt wurde.

Scheibler hatte die Feintuchherstellung in Monschau etabliert, indem er hochwertige Merino-Schafwolle aus Spanien importieren ließ.

Schließlich passierten wir die Evangelische Stadtkirche aus dem 18. Jahrhundert, deren Turmspitze kein Kreuz oder Wetterhahn, sondern ein Schwan ziert, ein Symbol für den Reformator Martin Luther.

Der Rundgang endete am Marktplatz und die beiden sehr kompetenten Stadtführerinnen wurden mit verdientem Beifall verabschiedet.

Vor der Abreise nach Freilingen um 18 Uhr blieb noch genügend Zeit für einen Cafébesuch und einen Stadtbummel zurück zum Busparkplatz.

Auf der Rückfahrt löste unser Reiseleiter ein Rätsel, dass er uns am Morgen mit auf den Weg gegeben hatte: Was hat Monschau mit der polnischen Großstadt Łódź (gesprochen: Wutch) zu tun? Der in Monschau geborene Urenkel von Johann Heinrich Scheibler, Karl Wilhelm Scheibler, wanderte Mitte des 19. Jahrhunderts nach Łódź aus und begründete dort die Tuchproduktion, die die Stadt zum Zentrum der osteuropäischen Textilindustrie, zum „polnischen Manchester“, machte.

Gegen 19 Uhr kamen wir wieder in Freilingen an und ließen den Abend in gemütlicher Runde im Bürgerhaus ausklingen. Belegte Brötchen und Getränke standen schon für uns bereit.

Ein herzliches Dankeschön an Claudia Hellenthal und Anja Radermacher für die Unterstützung des Vereinskartells bei den Vorbereitungen, an Roman Moroz für die schönen Fotos und natürlich auch an den Organisator der Tour, Dr. Matthias Klose-Henrichs für seine umsichtige Planung und kompetente Begleitung des Ausflugs!

Wir hoffen alle, dass die Vereinskartellsfahrt für Jung und Alt auch im nächsten Jahr wieder stattfinden kann.

Freilinger Infobox

  • So 30.08.: Kunst im Garten, 12.00 -18.00 Uhr, Dorfplatz/Bürgerhaus 
  • Sa 05.09.: Weinfest, ab 17.00 Uhr, Dorfplatz 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Geschirrverleih

(für Geschirrservice anklicken)

Letzte Kommentare (bitte ohne Emojis)

  • Conny, Montag, 29. Juni 2026 Lesen
    Den 24 Zoller brauchst im Himmel nicht...
  • Conny, Montag, 29. Juni 2026 Lesen
    Sooo traurig...
    Ich hoffe du hast im...
  • Anonym, Donnerstag, 18. Juni 2026 Lesen
    Es sollte heißen was du alles erreicht...
  • Anonym, Donnerstag, 18. Juni 2026 Lesen
    Hast !!!
  • Elke Sapper, Donnerstag, 18. Juni 2026 Lesen
    Mein aufrichtiges Beileid der ganzen...

Allgemeine Termine

Keine Veranstaltungen gefunden

Marktplatz

Haus oder Wohnung, Miete oder Kauf
( / Ich suche)

noimage
03.12.2025

4 Eichenstühle kostenlos abzugeben
( / Ich verschenke)

noimage
28.10.2025

Ortsvorsteher

(für Nachricht einfach anklicken)

 

Abfallkalender

 

 

 

Mängelmeldung

 

 (bei Schäden/Mängel in der Ortslage anklicken) 

(bei defekter Straßenbleuchtung anklicken)