"Von wegen Cannabis..." - beim neusten Angebot der Gemeinde für Bürger und Touristen, dem "Freilinger Gras" handelt es sich nicht etwa um einen inzwischen im bestimmten Umfang legalisierten Anbau von Hanf. Vielmehr verbirgt sich dahinter eine ganze Produktreihe der rührseligen Bürgermeisterin. Auf die Idee kam die Verwaltungschefin, als das neu angeschaffte Mähboot des Bauhofes erstmalig den Blankenheimer Weiher von wuchernden Wasserpflanzen befreit hat. Jetzt hat sie für den Freilinger See ganz große Pläne. Hier alle Hintergründe!

In der Vergangenheit musste für die Entfernung der wuchernden Wasserpflanzen im Blankenheimer Weiher eine Fachfirma beauftragt werden, die für einen nicht unbeachtlichen Betrag das überbordende Grün im Wasser gemäht und entfernt hat. Daher beschloss man in Blankenheim, sich sich selbst ein solches Mähboot anzuschaffen und diese wiederkehrende, kostenträchtige Aufgabe in Eigenregie durchzuführen.

Es wurde seitens des breit aufgestellten gemeindlichen Wasserwerkes intensiv recherchiert und verschiedene Angebote für einen "Unterwasserrasenmäher" eingeholt. Schließlich konnte man sich mit der Firma "Michi" aus dem bayrischen Söderhofen auf ein besonders günstiges gebrauchtes Exemplar einigen. "Das war ein richtiges Schnäppchen", meinte nicht nur Andrea Möller freudig, als "nautical officer" bei der Gemeinde zuständig für alles, was mit Booten und Untergang zu tun hat. 

Ende letzten Jahres wurde dann das neue Arbeitsgerät geliefert, das vor einigen Wochen zum ersten Mal im Weiher in Blankenheim zum Einsatz kam.

Das dabei "geerntete" Material brachte die immer auf der Suche nach neuen Einnahmequellen befindliche Bürgermeisterin mit Blick auf reichlich vorhandene Wasserflächen in der Gemeinde auf eine Idee: warum nicht gezielt einen irgendwie gearteten Unterwasseranbau betreiben und mittels des neuen Bootes verwertbare Ernte einfahren. Damit würden sich dann auch die Anschaffungskosten noch schneller amortisieren.

Das ganze konkretisierte sich just beim Lesen eines Fachartikels in der Zeitschrift "Innovative BürgermeisterInnen" mit dem Titel "Neue ungewöhnliche Einnahmequellen finanzschwacher Kommunen", als sich die Teeliebhaberin mit einem Baldrianaufguss von der Nachricht der massiven Erhöhung der Kreisumlage erholen musste. 

In dem Zeitungsbericht wurde ausgeführt, dass Wasserpflanzen letztlich nicht nur Zier- und Reinigungszwecken von Gewässern dienen, sondern in einer Kommune mit Gewässerflächen gezielt zur Ernährung und gesundheitlichen Zwecken angebaut werden könnten, womit zugleich neue Einnahmequelle generiert würden.

Interessant sei dabei vor allem, dass Wasserpflanzen sehr schnell wachsen würden und es daher möglich sei, mit geringem Kostenaufwand und ganz ohne Fördergelder große Mengen Nahrungsmittel und weiterverwertbares Pflanzenmaterial zu produzieren. 

Der Anbau von Wasserpflanzen zur Gewinnung von Gesundheitskräutern und essbarem Material ist in Deutschland aufgrund der Industrialisierung, des hohen Wohlstandsniveaus und der vielen Online-Apotheken, an die wir uns gewöhnt haben, in den letzten Jahrzehnten leider verloren gegangen.

Heute kann es jedoch dagegen wieder sinnvoll sein, sich wieder mit dem eigenen, regionalen Anbau zu beschäftigen. Resilienz, Nachhaltigkeit, Finanzstärke... all diese Themen fordern ein Umdenken und Pioniergeist.  

Bei weiteren Recherchen fiel die Bürgermeisterin dann ganz schnell das Ceratophyllum demersum, das sog. Horngras ins Auge.

Dabei handelt es sich um eine schnell wachsende, sauerstoffhaltige Unterwasserpflanze. Sie ist denkbar einfach anzubauen: sie wird direkt ins Wasser geworfen werden, ohne dass sie verankert oder eingetopft werden muss und ist damit hervorragend geeignet für die Randbereiche im Freilinge See, an denen kein direkter Besucherzugang möglich ist.

Dies alles ist dann sogar noch ohne besondere Schulung der Bauhofmitarbeiter möglich. 

Das Grün ist frisch essbar, kann aber auch getrocknet als Tee (gegen Magenverstimmung und schlechte Laune) verwendet werden. In der alternativen Medizin wird die Pflanze auch zur Behandlung von Dermatitis, Sonnenbrand und Mückenstichen verwendet.

Damit sind die Nutzungsmöglichkeiten vielfältig, z.B. in einem leckeren See-Gras-Salat in der Freilinger Seebar (Cetin hat bereits reagiert und seine Speisekarte um einen "Sea-Salad" ergänzt)

Möglich ist aber auch eine besondere Freilinger Sonnencreme und eine Spezialsalbe gegen Insektenstiche.

Die ersten Anbauversuche sind bereits gelaufen, so dass auch schon die erste Ernte eingefahren werden konnte.

"Sowohl knackig im Salat als auch getrocknet als Teeaufguss macht sich das Freilinger Gras ganz hervorragend. Ich habe beides probiert und bin begeistert. Als ich mir nach der letzten Ratssitzung einen Tee aufgegossen habe, waren sowohl die Bauchschmerzen als auch die schlechte Laune wie weggeblasen. Die Entwicklung und Produktion der speziellen Cremes und Salben sind ebenfalls im vollen Gange. Ich hoffe, dass wir beides zu Saisonbeginn präsentieren und zum Verkauf anbieten können", berichtete die Verwaltungschefin in einem Pressetermin am 1. April in ihrem Büro freudig überzeugt.

Für die Präsentation der neuen Produktidee und des ersten grünen Tees aus Freilinger Produktion zeigte sie sich im eigens kreierten "Aquarius fashion style". 

Schon fleißig wird zur Zeit an der Vermarktung der verschiedenen Produkte gefeilt.

Der breiteren Öffentlichkeit will man das neue "Kraut" dann beim Pre-Openig des neuen Rathauses am 25. April präsentieren.

Dann erwartet man neben zahlreichen Gästen aus der kommunalen Politik auch Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, die als Präsent der Gemeinde u.a. ein Dose des Freilinger Tees überreicht bekommen soll. Sie kann den Tee in Düsseldorf sicherlich gut gebrauchen.

Bis dahin wird noch emsig an der Verpackung des Freilinger "Earl Green Grass" gearbeitet, da man sich noch nicht final über das Dosen-Design einigen konnte (Blankenheim-Logo oder Freilinger See) .

Eines ist auf jeden Fall schon sicher: der große Aufdruck "Nicht zum Rauchen geeignet".

Bis dahin kann man sich ja in der Seebar schon einmal den regionalen "Sea-Salad" schmecken lassen. 

 

 

Freilinger Infobox

  • Fr 11. - So 13.04.: Theater, Saal Meiershof 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Geschirrverleih

(für Geschirrservice anklicken)

Ortsvorsteher

(für Nachricht einfach anklicken)

 

Blühstreifenpate

Jetzt "Blühstreifen-Pate" werden !

Werbung

Werbung Judith Maur